Grundbuch in der Schweiz

Was ist das Grundbuch?

Das Grundbuch ist das Register über die Grundstücke und die an diesen bestehenden privatrechtlichen Rechte und Lasten (z.B. Dienstbarkeiten oder Grundpfandrechte). 

Das Grundbuch ist nicht ein einziges Verzeichnis, sondern es besteht aus dem Tagebuch (in dem die Grundbuchanmeldungen nach der Reihenfolge ihres Eingangs eingeschrieben werden), dem Hauptbuch (d.h. der Gesamtheit aller Grundbuchblätter), den auf der amtlichen Vermessung beruhenden Plänen, den Belegen (Kauf-, Dienstbarkeitsverträge usw.) und den Hilfsregistern (Gläubiger-, Eigentümerregister). 

Das schweizerische Grundbuch ist grundstücksbezogen aufgebaut (sog. Realfoliensystem, d.h. pro Grundstück wird ein Grundbuchblatt angelegt). Die Eigentümerinnen und Eigentümer der Grundstücke können über ein Hilfsregister (das sog. Eigentümerregister) ermittelt werden.

Wie ist das Grundbuchwesen in der Schweiz organisiert?

Die Einrichtung der Grundbuchämter, die Umschreibung der Kreise, die Ernennung und Besoldung der Angestellten sowie die Ordnung der kantonalen Aufsicht ist Sache der Kantone. 

Es gibt kein gesamtschweizerisches zentrales Grundbuch, sondern das Grundbuch wird durch die Grundbuchämter in den Kantonen geführt. In einigen Kantonen gibt es nur ein einziges Grundbuchamt, andere Kantone sehen Grundbuchkreise für mehrere Gemeinden zusammen oder ein Grundbuchamt pro Gemeinde vor. In den Stadtgemeinden Zürich und Winterthur bestehen mehrere Grundbuchämter.

Welche Daten des Grundbuchs sind öffentlich?

Die Kantone können überdies die Veröffentlichung des Erwerbs von Grundeigentum vorsehen. Nicht veröffentlichen dürfen sie die Gegenleistung bei einer Erbteilung, einem Erbvorbezug, einem Ehevertrag oder einer güterrechtlichen Auseinandersetzung. Veröffentlichungen erfolgen in der Regel durch Publikation in den kantonalen Amtsblättern. 

Weitere Informationen über das Grundbuch finden Sie unter www.cadastre.ch.

Wie erwerbe ich in der Schweiz Grundeigentum?

Der Vertrag auf Eigentumsübertragung, welcher in der Regel die Grundlage für den Eigentumserwerb bildet, bedarf der öffentlichen Beurkundung. Darunter wird ein spezielles Verfahren vor einer Urkundsperson (dem Notar) verstanden. Die Kantone bestimmen, in welcher Weise auf ihrem Gebiet diese öffentliche Beurkundung hergestellt wird. Ihnen obliegt die Organisation des Notariats. Grundsätzlich bestehen drei verschiedene Systeme: Das freie Berufsnotariat (z. B. in den Kantonen Bern, Genf, Basel-Stadt, Tessin), das Amtsnotariat (z. B. im Kanton Zürich) und Mischformen (z. B. im Kanton Solothurn). 

Weitere Informationen über das Notariat und die öffentliche Beurkundung finden Sie unter  www.inr.unibe.ch.